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Von:
Bürgerinitiativen gegen Fracking

An:
Europa-Parlament, Bundestag und Länderparlamente

Region:
Europa

Kategorie:
Umwelt, Lebensqualität

Status:
aktiv

64127

ONLINE-UNTERSTÜTZER

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    Am 4. und 5. Mai 2013 haben sich in Korbach die unten aufgeführten Anti-Fracking-Initiativen aus Deutschland zur stärkeren Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch getroffen.


    Folgende Forderungen richten wir an Bund, Länder und die Europäische Union:

    • Ein sofortiges ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von Fracking bei der Erforschung, Aufsuchung und Gewinnung fossiler Energieträger. Dies ist unabhängig davon, ob die Rissbildung mit oder ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, hydraulisch oder andersartig erzeugt wird.
       
    • Ein generelles Import- und Handelsverbot von "gefrackten" fossilen Energieträgern.
       
    • Ein generelles Verbot der Verpressung des Rückflusses oder der untertägigen Ablagerung von Fluiden und Lagerstättenwässer.
       
    • Eine Novellierung des Bergrechts. Die höchsten Umweltstandards und Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit haben im Fokus der Novellierung zu stehen.
       
    • Ein konsequentes Umsetzen der politisch beschlossenen Energiewende, d.h. Abkehr von fossilen Brennstoffen, Ausbau der erneuerbaren Energien und Steigerung der Energieeffizienz.

    Unterzeichner/ Signers:

    1. AG Post Fossil Kassel (HE)
    2. AK Fracking Braunschweiger Land (NI)
    3. Aktionsbündnis No Moor Fracking (NI)
    4. BI "No Fracking" Völkersen (NI)
    5. BI Fracking freies Hessen
    6. BI für ein lebenswertes Korbach (HE)
    7. BIGG Drensteinfurt (NRW)
    8. BIGG Hamm (NRW)
    9. BIGG Hochsauerland (NRW)
    10. BIST e.V. Herbern (NRW)
    11. Stop Fracking BI Witten für sauberes Wasser (NRW)
    12. BUND Bodensee-Oberschwaben (BW)
    13. BUND Hessen
    14. BUND Kassel (HE)
    15. BUND KV-Schwalm-Eder (HE)
    16. BUND-AG "Wir gegen Fracking" Lüneburg (NI)
    17. Food & Water Europe
    18. Hamminkeln Gegen Gasbohren (NRW)
    19. IG Fracking-freies Artland e. V. (NI)
    20. IG Gegen Gasbohren Borken (NRW)
    21. IG Rees gegen Gasbohren e. V. (NRW)
    22. IG Schönes Lünne (NI)
    23. Initiative no Fracking "InoFrack" (NRW)
    24. No Fracking in Mühlheim an der Ruhr (NRW)
    25. NRÜ gegen Fracking e.V. (NI)
    26. Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

    Letzte Unterschriften:

    anonym04.01.2017 16:10
    21220 Seevetal Deutschland
    Monika Schmitt09.12.2016 09:35
    27419 FreetzDeutschland
    Oliver Genuit30.08.2016 09:04
    65929 Frankfurt Deutschland
    anonym18.08.2016 16:17
    22175 HamburgDeutschland
    anonym13.04.2016 18:52
    53940 HellenthalDeutschland
    Werner Leise06.04.2016 23:31
    29227 CelleDeutschland
    anonym22.02.2016 22:06
    61352 Bad HomburgDeutschland
    Reinhard Ohms10.02.2016 12:31
    31234 Edemissen Deutschland
    Klein, Stefan09.02.2016 15:27
    24220 Flintbek Deutschland
    Denise Kramer30.01.2016 13:29
    88353 KissleggDeutschland
    Thomas Kramer30.01.2016 13:29
    88353 KissleggDeutschland
    anonym26.01.2016 10:38
    24229 SchwedeneckDeutschland
    Bernd Grote21.01.2016 16:53
    21220 Seevetal-OhlendorfDeutschland
    anonym20.12.2015 13:58
    06110 HalleDeutschland
    Stefanie Schneidereit17.12.2015 14:20
    20257 HamburgDeutschland
    Jochen Kik15.12.2015 03:23
    70469 StuttgartDeutschland
    Ernst Reinert19.11.2015 22:06
    37574 EinbeckDeutschland
    Robert Nannen18.10.2015 12:00
    27299 Langwedel-EtelsenDeutschland
    anonym17.09.2015 08:14
    42555 VelbertDeutschland
    Sibylle Arians16.09.2015 22:20
    42657 SolingenDeutschland

    Begründung:

    Die Förderung von unkonventionellem Erdgas mittels Hydraulic Fracturing ('Fracking') und anderen wirkungsgleichen Verfahren kann keinen Beitrag dazu leisten, einige der wichtigsten globalen Probleme zu lösen: den beschleunigten Klimawandel, den Raubbau an Resourcen, den steigenden Energieverbrauch und die ungerechte Verteilung von Wohlstand. Aus diesen Gründen lehnen wir den Irrweg 'Fracking' entschieden ab.

    Wir sind uns bewusst, dass eine sichere, nachhaltige und gerechte Energieversorgung eine Aufgabe darstellt, die einerseits über Ländergrenzen reicht, andererseits eine Verantwortung einfordert, die sich über Generationen in die Zukunft erstreckt. Bereits heute gibt es eine Vielzahl von Ansätzen, wie nach dem Ausstieg aus der atomaren Energiegewinnung auch kohlenstoffhaltige Energieträger ersetzt werden können. Jedoch mangelt es noch zu oft an dem Willen, sich als Gesellschaft auf den Weg zu machen und die Energiewende konsequent voranzutreiben. Dabei ist es eine existenzielle Notwendigkeit, unseren Kindern und Enkeln eine bewohnbare Erde zu hinterlassen.

    Angesichts der ethischen Verpflichtung, unsere Gesellschaft nachhaltig, gerecht und in gemeinschaftlicher Teilhabe weiterzuentwickeln, fordern wir daher den Aufbruch in eine neue Energiezukunft, dessen Wurzeln in einem breiten gesellschaftlichen Konsens gründen.

    Fracking als Hochrisikotechnologie zur Förderung unkonventionellen Erdgases u. -öles ist unmittelbar mit nicht verantwortbaren negativen Eingriffen in den Naturhaushalten verbunden und bringt ein unabsehbares Konfliktpotential in die Gesellschaft. Breite Bevölkerungsschichten in Deutschland lehnen das Verfahren ab. Wir erwarten daher von den Politikern in Bund und Ländern nach dem Beschluß des Atomenergieaußtiegs konsequent die Umsetzung des nächsten Schrittes: den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger. Dieses langfristige Ziel wird über Parteigrenzen hinweg beschworen, jedoch nicht umgesetzt. Stattdessen ist die Jagd auf die letzten fossilen Energiereserven eröffnet.

    Dabei können selbst die vermuteten unkonventionellen Vorkommen an Öl und Gas keinen signifikanten Beitrag zur Verringerung der Energie-Abhängigkeit Deutschlands oder Europas leisten. Auch die Energiepreise werden auf Dauer nicht gesenkt, denn die Aufwände zur Förderung sind deutlich höher als bei konventioneller Förderung. Die Erfahrungen aus den USA zeigen, daß die Förderraten schnell sinken und selbst durch ein dichteres Netz an Bohrtürmen sowie mehrfachen Fracks kaum aufrecht erhalten werden können. Darüber hinaus konterkariert unkonventionelles Erdgas durch seine schlechte Klimabilanz die bereits beschlossenen, politisch verbindlichen nationalen und europäischen Klimaschutzziele.

    Daher ist bei volkswirtschaftlicher Abwägung des Risiko-Nutzen-Verhältnisses die unkonventionelle Gasförderung gesellschaftlich unverantwortlich, selbst wenn sie ohne Einbringung umwelttoxikologischer Substanzen irgendwann möglich wäre. Die Floskel vom sogenannten "clean fracking" ist ganz entschieden zu entkräften, denn es gibt keine saubere Ausbeutung und Nutzung fossiler Energieträger!

    Die Ausbeutung dieser Vorkommen dient nur der kurzzeitigen Gewinnmaximierung multinationaler Konzerne ohne einen nachhaltigen gesellschaftlichen Nutzen. Die Risiken und Folgekosten, welche existenziell und irreparabel sind, liegen ausschließlich auf Seiten der Bevölkerung:

    Die trügerische Hoffnung auf bisher unerschlossene fossile Energieträger darf nicht weiter das Nachdenken über eine nachhaltige, risikoarme und gerechte Energieversorgung ersetzen.