Was ist Fracking?

Hydraulic Fracturing (engl. to fracture "aufbrechen", "aufreißen"; auch "Fracking", "Hydrofracking", "Fraccing", "Frac'ing" oder "Frac Jobs" genannt) ist eine Methode der geologischen Tiefbohrtechnik, bei der durch Einpressen einer Flüssigkeit ("Fracfluid", dt. Plural "Fracfluide") in eine durch Bohrung erreichte Erdkrustenschicht dort Risse erzeugt und stabilisiert werden. Ziel ist es, die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinschicht so zu erhöhen, dass ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) ermöglicht wird. Hydraulic Fracturing wird auch zur Vorbereitung der Nutzung von Geothermie angewendet.

Euro-Nordafrikanisches Frackingfreies Netzwerk12.03.2014

Pressemitteilung

EURO-NORDAFRIKANISCHES FRACKING-FREIES NETZWERK FORDERT EIN VERBOT DER ERSCHLIESSUNG UNKONVENTIONELLER KOHLENWASSERSTOFFE

Vereint verurteilen wir die Erschließung fossiler Energieträger in Europa und Nordafrika, da wir dies als Gefahr für das Klima, die Umwelt, die öffentliche Gesundheit und die Demokratie ansehen.
Saint-Christol-lez Al?s (FR), 12. März 2014
resolution-korbach.org

Wir, Mitglieder von Bürgerinitiativen und Verbänden aus 191 europäischen und nordafrikanischen Ländern und Regionen, trafen uns in Saint-Christol-lez-Al?s (Gard, SE Frankreich) in der Zeit vom 7. bis zum 9. März 2014.

Wir alle sind im Kampf gegen die Erschließung sogenannter unkonventioneller Kohlenwasserstoffe sowie fossiler Energieträger im Allgemeinen in unseren jeweiligen Ländern und Regionen involviert. Wir alle stellen uns derselben Problematik und wir glauben, dass es essentiell ist, unsere Vernetzung zu verstärken. Die Korbacher Resolution 3 formuliert hierbei die Kernforderungen, die uns vereinen.

Während des Strategietreffens gaben Teilnehmer einen alarmierenden Einblick in die Situation der jeweiligen Länder. Bezugnehmend hierauf verurteilen wir insbesondere:

  • Umwelt- und Gesundheitsschäden sowie die Kontamination von Wasserressourcen;
  • Missachtung von Umweltschutzgesetzgebung auf nationaler, europäischer und nordafrikanischer Ebene;
  • Kommerzialisierung ganzer Landstriche und Dominanz der Finanzwirtschaft gegenüber anderen öffentlichen Interessen;
  • gewalttätige Polizeieinsätze, wiederholte Menschenrechtsverletzungen und Missachtung der kommunalen und lokalen Selbstbestimmungsrechte, insbesondere in Polen, Rumänien, dem Vereinten Königreich, der Ukraine, Tunesien und Marokko;
  • staatliche Polizeieinsätze um private Interessen zu schützen.


Darüber hinaus appellieren wir an die internationalen Organisationen und Instanzen diesen Verstößen umgehend ein Ende zu bereiten und wir fordern, dass sie die Akteure der Industrie zur Behebung der Umweltschäden zwingen.

Im Hinblick auf Freihandelsabkommen, entweder vereinbart oder in der Verhandlungsphase 4 , verweisen wir auf die Gefahr, dass sich die Gesetzgebungsgewalt der Staaten zugunsten multinationaler Unternehmen verschiebt. Die Investor-Staat-Disput-Schiedsgerichtbarkeit (ISDS) gibt privaten Interessen eine Priorität, die die Grundlagen der Demokratie, das Vorsorgeprinzip, die komplette Umweltschutzgesetzgebung und die Unabhängigkeit der Justiz torpediert.

Wie wir bereits im Januar in einem offenen Brief 4 , der die EU-Kommission adressiert und von über 400 Organisationen/Initiativen unterzeichnet wurde, dargestellt haben, könnte die Vereinbarung einer Investor-Staat-Schiedsgerichtbarkeit die durch unsere Bewegung gemachten Fortschritte komplett untergraben.

Deshalb haben wir uns auf gemeinsame Aktionen zur Mobilisierung der Öffentlichkeit geeinigt. Gleichzeitig wollen wir die Europäischen Institutionen stärker unter Druck setzen, damit sie unsere Bürger- und Umweltrechte verteidigen und stärken.

Dieses Treffen hat uns dabei geholfen die Europäisch-Nordafrikanische-Kooperation im Kampf gegen die Erschließung fossiler Energieträger und der damit verbundenen Industrie zu verstärken. Es hat uns auch bestärkt in unserer internationalen Solidarität gegenüber den Ländern, die Opfer nicht zu tolerierender Angriffe industrieller Akteure sind. Das Treffen bestätigt auch das Wachstum einer Bewegung von Menschen, die empört sind über die Unterwerfung der politischen Welt gegenüber rein privaten Interessen.

Zusammen fordern wir unsere Regierungen auf - ohne Verzögerung und in einem großen Maßstab - die Energiewende, basierend auf Energieeffizienz und -einsparung, der Abkehr von fossilen Energieträgern und dem Ausbau erneuerbarer Energien, umzusetzen.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass wir unsere absolute Solidarität mit den Aktivisten, die kürzlich ihr Leben oder ihre Freiheit verloren haben, bekunden. Ihre Namen sind Eugeniy Kotlarl (Ukraine), Omar Moujane, Brahim El Hamdaoui und Abdessamad Madri (Imider - Marokko).

Alle hier versammelten Gruppen europäischer und nordafrikanischer Länder verkünden als Schlussworte zusammen:
Es gibt Alternativen zu Kohlenwasserstoffen. Lasst uns das veraltete Energie-Produktions-Model und den damit verbundenen Wahnsinn hinter uns lassen!

WIR SAGEN NEIN ZU SCHIEFER- UND KOHLEFLÖZKOHLENWASSERSTOFFEN!
WEDER HIER NOCH ANDERSWO! WEDER JETZT NOCH ZUKÜNFTIG!

 

Nationaler Kontakt:
Andy Gheorghiu (E-mail: andy.gheorghiu@resolution-korbach.org),
BI lebenswertes Korbach e.V. & BI Fracking freies Hessen
Hanns-Jörg Rohwedder (E-mail: danebod@arcor.de),
BIGG Drensteinfurt
Rozenn le Calvez (E-Mail: Rozenn.Le_Calvez@t-online.de),
Interessengemeinschaft Schönes Lünne

 
Teilnehmende Initiativen / Verbände:

Friends of the Earth Europe
Food and Water Watch Europe
CEE Bankwatch Network Europe
Stop Steenkoolgas (Belgien)
BIGG Drensteinfurt (Deutschland)
BI Lebenswertes Korbach e.V. (Deutschland)
BI Fracking freies Hessen (Deutschland)
Interessengemeinschaft Schönes Lünne (Deutschland)
Attac (Frankreich)
Collectif du Nord (Frankreich)
Bastagaz Al?s (Frankreich)
Collectif Causse Méjean (Frankreich)
Collectif Garrigue Vaunage (Frankreich)
Collectif Anduze/Attac (Frankreich)
Collectif Plaine du Languedoc (Frankreich)
Amis de la Terre (Frankreich)
Collectif Tarn et Garonne (Frankreich)
Agir pour l'Environnement (Frankreich)
Committee of Solidarity to Chalikidiki in Athens (Griechenland)
Fracking Free Ireland (Irland)
Centre for Sustainable Development (Litauen)
Espace de Solidarité et de Coopération de l?Oriental (ESCO) (Marokko)
Milieudefensie (Niederlande)
Schaliegasvrij Nederland (Niederlande)
The Civil Affairs Institute (INSPRO) (Polen)
Fundacja Strefa Zieleni / Green Zone Foundation (Polen)
Rom-nia F-r- Ei (Rumänien)
Amigos de la Tierra (Spanien)
Iniciativa Per Catalunya Verds (Spanien)
RiudauraJunts anti-fracking (Spanien)
Eco Conscience (Tunesien)
Frack-free Sussex (UK)
Ribble Estuary Against Fracking (UK)
No Fracking in Balcombe Society (UK)
Falkirk Against Unconventional Gas (UK)
Britain & Ireland Frack Free (UK)
Friends of the Earth (Ukraine)

Pressemitteilung im PDF-Format zum Download

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Was ist Fracking?

Hydraulic Fracturing (engl. to fracture "aufbrechen", "aufreißen"; auch "Fracking", "Hydrofracking", "Fraccing", "Frac'ing" oder "Frac Jobs" genannt) ist eine Methode der geologischen Tiefbohrtechnik, bei der durch Einpressen einer Flüssigkeit ("Fracfluid", dt. Plural "Fracfluide") in eine durch Bohrung erreichte Erdkrustenschicht dort Risse erzeugt und stabilisiert werden. Ziel ist es, die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinschicht so zu erhöhen, dass ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) ermöglicht wird. Hydraulic Fracturing wird auch zur Vorbereitung der Nutzung von Geothermie angewendet.