Was ist Fracking?

Hydraulic Fracturing (engl. to fracture "aufbrechen", "aufreißen"; auch "Fracking", "Hydrofracking", "Fraccing", "Frac'ing" oder "Frac Jobs" genannt) ist eine Methode der geologischen Tiefbohrtechnik, bei der durch Einpressen einer Flüssigkeit ("Fracfluid", dt. Plural "Fracfluide") in eine durch Bohrung erreichte Erdkrustenschicht dort Risse erzeugt und stabilisiert werden. Ziel ist es, die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinschicht so zu erhöhen, dass ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) ermöglicht wird. Hydraulic Fracturing wird auch zur Vorbereitung der Nutzung von Geothermie angewendet.

Mitglieder des Anti-Fracking-Bündnisses Nordhessen demonstrieren in Saal24.05.2014

Rund 300 Menschen demonstrierten am Samstag, 24. Mai 2014 in Saal (Mecklenburg-Vorpommern) gegen die dort bevorstehenden Fracks zur Erschließung von Erdölvorkommen in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.


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Der Betreiber, die Central European Petroleum GmbH, die sich der amerikanischen Fa. Halliburton zur Realisierung des Vorhabens bedient, hat bereits eine Genehmigung zur Durchführung von 10 Testförder-Fracks; das Ganze keine 2 km vom lagunenartigen Boddengewässer und keine 500 m von dem 1.000 Seelen Ort Saal entfernt.

Die Boddengewässser der vorpommernschen Küste sind das wichtigste Überwinterungsgebiet für Wasservögel im gesamten Ostseeraum. Von September bis November ziehen rund 60.000 Kraniche durch dieses Gebiet und verweilen dort über mehrere Wochen1. Einer der Strände des Nationalparks wurde vom Fernsehsender Arte zu einem der 20 schönsten Strände der Welt gekürt2. Ihr Geld verdient die Gegend mit Landwirtschaft und Tourismus

"Es ist erschreckend diesen Bohrplatz ausgerechnet hier an dieser unglaublich sensiblen Stelle zu sehen, zumal es sich um den ersten Frackvorgang seit 2011 in Deutschland handelt", sagt Andy Gheorghiu, Mitglied der BI lebenswertes Korbach e.V., der wie viele andere aus verschiedenen Teilen Deutschlands angereist ist, um sich solidarisch mit der örtlichen BI zu zeigen.

"Wir möchten wissen, wer die Verantwortung übernimmt, wenn hier etwas passiert und diese Schutzgebiete kontaminiert werden", ergänzt Tim Steindamm von der BI Fracking freies Hessen.

Beide sind sich einig, dass alleine die Vorgaben der Nationalparkverordnung, des Bundesnaturschutzgesetzes, sowie der europäischen Habitats- und Vogelschutzrichtlinien Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Genehmigungen hervorrufen. Die nordhessischen Fracktivisten sind der Auffassung, dass spätestens im Rahmen der Förderung sich eine flächendeckende Industrialisierung und der erhöhte Schwerlastverkehr nicht mit der bestehenden Rechtslage harmonisieren ließen.

Deshalb befürchten sie, dass der kanadische Betreiber CEP, ebenso wie viele andere Erdöl- und Erdgasfirmen hüben und drüben des Atlantiks, auf die derzeit von der EU verhandelten Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA) und den USA (TTIP) sowie den darin zu vereinbarenden Sonderklagerechte setzen. Hierdurch werden Investoren in die Lage versetzt Staaten zu verklagen, wenn z.B. die "berechtigten Erwartungen" nicht erfüllt werden.

Die EU-Kommission hat aktuell eine öffentliche Online-Konsultation zum Thema Investorschutzrechte gestartet, an der alle Bürgerinnen und Bürger in der EU teilnehmen können. Durch Andy Gheorghiu wurde hierzu ein Muster-Antwortbogen erstellt, welcher es Bürgern erleichtert an der Konsultation teilzunehmen. Der Muster-Antwortbogen sowie weitere Angaben finden sich unter: http://www.resolution-korbach.org/index.php/ttip/ 

Saal Barth11 20140524

1 http://www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandschaft.de/vbl/index.php?article_id=106

2 http://www.darss.org/de/

Was ist Fracking?

Hydraulic Fracturing (engl. to fracture "aufbrechen", "aufreißen"; auch "Fracking", "Hydrofracking", "Fraccing", "Frac'ing" oder "Frac Jobs" genannt) ist eine Methode der geologischen Tiefbohrtechnik, bei der durch Einpressen einer Flüssigkeit ("Fracfluid", dt. Plural "Fracfluide") in eine durch Bohrung erreichte Erdkrustenschicht dort Risse erzeugt und stabilisiert werden. Ziel ist es, die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinschicht so zu erhöhen, dass ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) ermöglicht wird. Hydraulic Fracturing wird auch zur Vorbereitung der Nutzung von Geothermie angewendet.