Was ist Fracking?

Hydraulic Fracturing (engl. to fracture "aufbrechen", "aufreißen"; auch "Fracking", "Hydrofracking", "Fraccing", "Frac'ing" oder "Frac Jobs" genannt) ist eine Methode der geologischen Tiefbohrtechnik, bei der durch Einpressen einer Flüssigkeit ("Fracfluid", dt. Plural "Fracfluide") in eine durch Bohrung erreichte Erdkrustenschicht dort Risse erzeugt und stabilisiert werden. Ziel ist es, die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinschicht so zu erhöhen, dass ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) ermöglicht wird. Hydraulic Fracturing wird auch zur Vorbereitung der Nutzung von Geothermie angewendet.

Salz in unserem Tee10.04.2016

WIR RETTEN DIE WELT
VON
BERNHARD PÖTTER

Der Tee schmeckte scheußlich. "Uärgs", sagte meine Tochter und verzog das Gesicht. "Was ist da denn drin?" Zwei Beutel Earl Grey und Wasser aus der Lei­tung. Aber das braune Gesöff klebte auf der Zunge, als hätten wir beim Zuckern daneben gegriffen.

Des Rätsels Kochsalzlösung: Wir saßen vor dem Ferienhaus in Mallorca und hatten zum Teeko­chen wie zu Hause einfach den Wasserhahn aufgedreht. Unser Fehler: Wir hatten vergessen, welchen Luxus wir in Deutsch­land genießen, wo das Trink­wasser an den Fensterscheiben runterläuft. In Mallorca scheint zwar die Sonne, aber das Wasser schmeckt, als sei es zum Gur­geln gegen Halsschmerzen ge­dacht. "Das kommt aus der Ent­salzungsanlage", sagte die Ver­mieterin. Die Technik ist wohl noch nicht ausgereift.

Es war kurz nach dem Welt­wassertag. Da hatte die UNO wieder mal erschreckende Zah­len veröffentlicht, für die sich niemand interessiert. Wenn wir so weitermachen, leidet 2030 die eine Hälfte der Weltbevöl­kerung unter ernster Wasser­knappheit - während die andere Hälfte sich den Kopf zerbricht, ob sie ihr veganes Mineralwas­ser mit oder ohne Sprudel will.

Das UN-Gremium Internatio­nal Resource Panel warnt, dass der Bedarf an Trinkwasser in 15 Jahren das Angebot um 40 Pro­zent überschreitet. "Um die dro­hende Krise abzuwenden, muss Wirtschaftswachstum vom Wasserververbrauch abgekoppelt wer­den", heißt es da. Möglich ist das, wie Australien gezeigt hat.

Aber bisher schluckt die Land­wirtschaft 70 Prozent des Trink­wassers, in maroden Leitungen versickern jedes Jahr 100 Milli­arden Kubikmeter und Regie­rungen bauen lieber protzige Staudämme, als für effiziente Verteilung und intelligentes Sparen von Wasser zu sorgen.

Nachdem wir unseren süd­ländischen Salzschock über­wunden hatten, wurde das Pro­blem kurzfristig so gelöst, wie es alle machen. Wir kauften unser Trink- und Teewasser in 5-Liter-Kanistern im Supermarkt, blick­ten den Tanklastern hinterher, die durch unser Städtchen rum­pelten, und wunderten uns da­rüber, dass in jedem Vorgarten ein Pool gefüllt wurde. Irgend­wann kommt halt das Tank­schiff vom Festland.

Ich erinnerte mich daran, wie ich in den staubigen Slums hoch über der peruanischen Haupt­stadt Lima die Trucks mit halb­wegs sauberem und teurem Wasser für die Armen beob­achtet hatte und wie mir Gesprächspartner in Bangladesch dringend nahelegten, nur Was­ser aus eingeschweißten Plastik­flaschen zu trinken. Und wie lu­xuriös das Leben ist, wenn man fast überall das Wasser aus der Leitung trinken kann.

Nicht, dass wir nicht auch das Wasserparadies Deutsch­land versauen: Die Gülle un­serer Tiere läuft ins Grundwas­ser, Kohlekraftwerke und Fra­cking verbrauchen Unmengen von Wasser, Mikroplastik macht aus unseren Flüssen eine Müll­halde. Feuchtgebiete sind nur als Romantitel interessant und Wasser, das die Produktion un­serer Orangen und T-Shirts im Süden verbraucht, saugt die oh­nehin trockenen Regionen wei­ter aus.

Man muss schon ganz schön bescheuert sein, sich selbst das Wasser abzugraben, dachte ich, als wir wieder zurückflogen auf das Festland der Seligen. Etwa so blöd, als würden wir unsere Le­bensmittel mit Gift besprühen. Oder unsere Medikamente so sinnlos einsetzen, dass sie ir­gendwann nicht mehr wirken. Oder - was für eine Vorstellung - unsere eigene Atemluft mit Abgasen vergiften.

Quelle: taz im April 2016

Was ist Fracking?

Hydraulic Fracturing (engl. to fracture "aufbrechen", "aufreißen"; auch "Fracking", "Hydrofracking", "Fraccing", "Frac'ing" oder "Frac Jobs" genannt) ist eine Methode der geologischen Tiefbohrtechnik, bei der durch Einpressen einer Flüssigkeit ("Fracfluid", dt. Plural "Fracfluide") in eine durch Bohrung erreichte Erdkrustenschicht dort Risse erzeugt und stabilisiert werden. Ziel ist es, die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinschicht so zu erhöhen, dass ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) ermöglicht wird. Hydraulic Fracturing wird auch zur Vorbereitung der Nutzung von Geothermie angewendet.